Mit der Gestaltung und Ausstattung eines Raumes schafft man mehr oder weniger gute Bedingungen dafür, dass Menschen ein Gebrauch ihrer Möglichkeiten für bestimmte Zwecke eröffnet wird. Das gilt für Wohnungen, Kirchen, Sportstätten und eben auch für Schulen und Hochschulen. Für Bildungsräume sollte man erwarten dürfen, dass sie ihre Nutzer so ‚ansprechen’ zu können, dass eine Art individueller Entfaltung angeregt und ermöglicht wird. Es sind dazu vier verschiedene Aspekte zu unterscheiden, die für den Raumnutzer eine je eigene Botschaft senden und darin bedacht werden wollen. Um das Gefüge, das Settings ausmacht und das sie planvoll anbieten können, geht es im Folgenden. Im Einzelnen sind vier Dimensionen von Settings zu betrachten, von denen Wirkungen ausgehen:
- Das sind die Bildungsangebote im Raum, die die inhaltliche Arbeitsbasis für das Sehen/ Verstehen/ Aufgreifen und Nutzen von Arbeitsanregungen darstellen. Neben realen Objekten wie Büchern, bearbeitbaren Gegenständen, Ordnern, sind das heute auch informatisch zugängliche Inhalte, die Anregungen, Informationen, Erklärungen, Diskussionen gezielt bereit stellen können – eine material vorbereitete Umgebung im Netz sozusagen (als was sich OmniMundi versteht).
- Die zweite Dimension des Settings, die wirksam ist, ist der Raum selbst mit seinen Merkmalen (Licht, Akustik, Bewegungsfähigkeit…), der einladend, nichtsagend, abweisend … wirken kann und wirkt.
- Mit der Nutzung der Räume verbinden sich dann auch zeitliche Rhythmen und reale Zusammensetzungen von Nutzergruppen, die die mögliche Form von Prozessen im Setting durch Homogenität/ Heterogenität der Zusammensetzung oder/ und durch die Art der angeregten Arbeitsweisen/ Teambildungen/ Gruppenorganisation bestimmen.
- Die drei benannten Dimensionen werden als vierter Dimension ggf. aufeinander bezogen und zwar von Akteur:innen, die in die Situation Impulse setzen: Aufforderungen, Verbindungsvorschläge, Kommentare, Lob, Tadel etc. aktivieren oder deaktivieren die Nutzer:innen des Settings und sorgen u.U. für eine spezifische Dynamik im Setting.
Summierend lässt sich sehen: Im Verbund der vier Gesichtspunkte – Inhalt/ Gehalt, Raum/ Gestalt, Umgangsweisen/ Format und Impulsen entstehen ‚Kulturen’ als dem dann mehr oder weniger planvoll gesponnenen Gewebe, das sich im ‚Zusammen’ der ‚Inszenierung’ der benannten Elemente ergibt.
Es sind also Entscheidungen – mindestens zu diesen vier Bereichen – in Bildungsräumen immer wirksam, erforderlich und zu bedenken,, wenn man seine Bildungsräume gezielt gestalten und bildungsgeeignet machen will. Die vier Dimensionen schaffen in ihrer Summe das, was ein jeweils spezielles ‚Setting’ ausmacht. Und so fragt sich, wie in möglichst verlässlicher Weise erreichbar ist, dass eine gestaltete Situation als ‚Bildungssetting’ durch ihre Anlage, Ausstattung, Nutzungsangebote, etc. einigermaßen zuverlässig für die Menschen, die sich in ihm aufhalten, die Qualitäten hat, die den Bildungsprozessen ihrer Nutzer dienlich sein werden. Das hängt z.B. ab vom Grad motivierender Aktivierung, einer Wirkung in Richtung einer freundliche Gestimmtheit und einem Rahmen für zweckmäßige Arbeitsorganisationen.
Dass eine positive Wirkung von realen Settings z.B. in Schulen, vielfach gerade nicht ausgeht, belegen die Ergebnisse der Schulforschung, die zeigen, dass Menschenkinder auch nach 10 Jahren Aufenthalt im Bildungssetting Schule z.B. nicht gelernt haben, so zu lesen und zu schreiben, dass ihnen das Medium der Schrift im Leben zur Verfügung steht.
Hier tun sich Gestaltungs- und auch Forschungsfragen auf, denen in Verbünden/ Netzwerken von Menschen mit unterschiedlichen Settingerfahrungen und -konzepten lohnt, nachzugehen. Der Raum erzieht und bildet eben immer mit – in negativer und positiver Weise.
Es ist gut, im Austausch besser zu verstehen, wie man es nutzen und ändern kann.